Flüssiggas (LPG)

Eine kompakte fossile Energiequelle

Flüssiggas ist ein Gemisch aus leicht verflüssigbaren Gasen. Sie werden unter Druck gesetzt, um sie in flüssiger Form zu halten. Unter normalem Druck und unter Raumtemperatur ist es gasförmig. Durch starke Kühlung und Druckerhöhung kann es in flüssige Form umgewandelt werden. Dies vereinfacht vor allem die Lagerung und den Transport. Typischerweise besteht Flüssiggas aus Propan, Butan oder einer Mischung aus beiden Gasen und wird häufig für Heizzwecke in Haushalten und gewerblichen Einrichtungen eingesetzt.

Zudem dient es auch als Treibstoff für Fahrzeuge wie beispielsweise Wohnmobile oder Boote. In der Industrie findet es in unterschiedlichsten Anwendungen wie Schweissen und Schneiden seinen Einsatz.

Herstellung

Flüssiggas ist ein fossiles Gas, das hauptsächlich aus natürlichen Gas- und Erdölquellen gewonnen wird. Der komplexe Prozess durchläuft vereinfacht folgende Prozessschritte, bis es für die Endverbraucher verfügbar ist.

  • Extraktion: Aus unterirdischen Quellen wird natürliches Gas und Erdöl gefördert. Das gewonnene Gas kann eine Mischung aus verschiedenen Gasen wie beispielsweise Methan, Ethan, Propan und Butan sein und enthält oft Verunreinigungen wie Wasser, Schwefelverbindungen und andere Gase. Um eine geeignete Grundlage für die Weiterverarbeitung zu schaffen, ist es erforderlich, dass es in speziellen Anlagen gereinigt wird.
  • Trennung und Kondensation: Anschliessend wird das gereinigte Gas in einer Trenn- und Kondensationsanlage weiterverarbeitet. Dabei trennen sich die verschiedenen Gasbestandteile. Gase mit einem niedrigeren Siedepunkt wie Methan und Ethan werden vom restlichen Gasgemischt abgetrennt. Das restliche Gemisch, das andere schwere Bestandteile enthält, wird gekühlt, um es zu verflüssigen und in geeigneten Behältern zu lagern.

Lagerung und Transport

Das flüssige Gas wird in speziellen Druckbehältern oder Tanks gelagert, die sich gleichzeitig auch für den Transport eignen. Ein wichtiger Aspekt beim Flüssiggas sind die Sicherheitsvorkehrungen.

  • Druckbehälter und Tanks: Typischerweise wird Flüssiggas in Druckbehältern oder Tanks gelagert. Voraussetzung dafür ist, dass die Behälter einem hohen Druck standhalten, um das Gas in flüssiger Form zu halten.
  • Unterirdische Lagerung: Weniger verbreitet sind unterirdische Lagerungen in natürlichen Hohlräumen oder in künstlich geschaffenen Lagerstätten wie Salzstöcken. Ein Vorteil dieser Lagerungsart ist der zusätzliche Schutz vor Umwelteinflüssen.
  • Tankwagen und Tanker: Normalerweise wird Flüssiggas in speziellen Tankwagen oder Tankern befördert.
  • Pipelines: Es gibt wenige Regionen, in welchen eigens für Flüssiggas Pipelines erbaut wurden. Diese unter- sowie auch oberirdischen Leitungen bieten eine effiziente Möglichkeit grosse Mengen an Flüssiggas über weite Distanzen zu befördern.

Sicherheit

Flüssiggas steht unter hohem Druck, weshalb ein sorgsamer Umgang elementar ist. Lagerstätten sowie Transportmittel müssen strenge Sicherheitsstandards einhalten. Regelmässige Inspektionen und Wartungen der Lagerbehälter, Temperaturüberwachungen und Notfallpläne sollen Unfälle vermeiden. Bei den Transportfahrzeugen sollen beispielsweise Druckventile und Sicherheitseinrichtungen das Risiko von Lecks oder Unfällen vermindern.

Vor- und Nachteile von Flüssiggas

Vorteile:
  • Vielseitigkeit: Flüssiggas ist äusserst vielseitig und kann für verschiedene Zwecke verwendet werden, darunter Heizen, Kochen, Warmwasserbereitung, Fahrzeugantrieb und industrielle Prozesse.
  • Hohe Energiedichte: Flüssiggas hat eine hohe Energiedichte, was bedeutet, dass es viel Energie pro Volumen liefert. Dadurch eignet es sich gut für den Einsatz in Wohn- und Gewerbegebäuden sowie in Fahrzeugen.
  • Niedrige Verbrennungsemissionen: Im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Heizöl erzeugt die Verbrennung von Flüssiggas weniger Schadstoffe wie Schwefeloxide und Russpartikel. Es kann daher als relativ sauberer Brennstoff betrachtet werden.
  • Einfache Lagerung und Transport: Flüssiggas wird unter Druck in Tanks gelagert, was eine effiziente Nutzung von Speicherplatz ermöglicht. Es kann leicht in Tanks transportiert und gelagert werden, was Flexibilität in der Versorgung bietet.
  • Schnelle und einfache Installation: Die Installation von Flüssiggasanlagen ist oft einfacher und schneller als bei anderen Energieträgern wie Erdgas, insbesondere in Gebieten, die nicht über ein festes Gasnetz verfügen.

Nachteile:
  • Preisschwankungen und Abhängigkeiten: Die Preise für Flüssiggas können aufgrund von Angebot und Nachfrage sowie saisonalen Schwankungen stark variieren, was zu Unsicherheiten für Verbraucher und Unternehmen führen kann. Zudem sind die Verbraucher oftmals von einzelnen Lieferanten abhängig, was einen direkten Einfluss auf die Preise hat.
  • Endlichkeit: Flüssiggas ist nicht unendlich vorhanden, da es von den Vorräten von Erdöl- und Erdgasquellen abhängig ist.
  • Sicherheitsrisiken: Flüssiggas ist ein brennbares Gas und kann bei unsachgemässer Handhabung oder undichten Systemen zu Sicherheitsrisiken führen, einschliesslich Brand- und Explosionsgefahren.
  • Umweltbelastung: Flüssiggas setzt wie alle fossilen Brennstoffe bei der Verbrennung CO2 frei, ein Treibhausgas, das massgeblich zum Klimawandel beiträgt. Zudem kann es bei undichten Tanks oder Leitungen zu Umweltverschmutzungen führen.
  • Begrenzte Verfügbarkeit in ländlichen Gebieten: In einigen ländlichen Gebieten kann die Verfügbarkeit von Flüssiggas eingeschränkt sein, insbesondere wenn die Lieferinfrastruktur nicht ausreichend entwickelt ist, was zu längeren Lieferzeiten oder höheren Kosten führen kann.

Ausblick

Durch die wachsende Nachfrage wird das Flüssiggas eine wichtige Rolle als Energiequelle spielen. Prognosen zeigen einen wachsenden Markt im internationalen Handel mit Flüssiggas, da Länder mit Produktionsüberschüssen ausbauen und Märkte erschliessen, die auf Flüssiggasimporte angewiesen sind.